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Februar 2010
System Flugabwehr (SysFla) – Schutz im Einsatz
Die Bundeswehr ist heute weltweit an friedenssichernden, stabilisierenden Operationen beteiligt und dabei asymmetrischen Angriffen ausgesetzt. Diese Bedrohungslage macht auch ein völlig neues Schutzkonzept durch moderne Flugabwehr erforderlich. Benötigt wird ein Flugabwehrsystem, das den Schutz gegen ein breites Zielspektrum gewährleistet.

Die Bundeswehr verfügt derzeit über kein geeignetes Gesamtsystem zur Abwehr des gesamten Spektrums von klein- bis großkalibriger Raketen, Artillerie- und Mörsergranaten (RAM). Systeme zur Abwehr dieser Luftbedrohungen sind nach einer Marktsichtung des BWB derzeit und absehbar nicht verfügbar. Das BWB hat daher im Zuge einer Analysephase die deutsche Industrie für die Erstellung eines Gesamt-konzeptes zum sogenannten System Flugabwehr (SysFla) beauftragt, um diese Fähigkeitslücke zu schließen. Rheinmetall Defence hat gemeinsam mit der MBDA Deutschland die SysFla GmbH gegründet und dem BWB auf Basis der Ergebnisse der Analysephase ein entsprechendes Angebot zur Projektierung vorgelegt.
Mit dem geplanten System Flugabwehr soll die Bundeswehr ein hochmodernes Flugabwehrsystem erhalten, das einen umfassenden Schutz der Soldaten im Einsatz gegen Bedrohungen aus der Luft gewährleistet. Das durch dieses System abgedeckte Spektrum reicht von kleinen Zielen bis hin zu großkalibrigen Raketen und Flugkörpern sowie klassischen Zielen wie Hubschrauber und Kampfflugzeuge.
SysFla ist in der Basiskonfiguration* zunächst zum Schutz von Infrastruktur bzw. Feldlagern vorgesehen. Die modulare Systemarchitektur gewährleistet jedoch auch ein gleichwertiges Schutzniveau für bewegliche Truppenteile.
Die Stärke von SysFla liegt in der intelligenten Kombination von zwei Wirkmitteln: der Flugabwehrkanone und dem Lenkflugkörper LFK NG.

Die Flugabwehrkanone mit AHEAD Munition der Rheinmetall Defence deckt den "Nächstbereich" (bis ca. 3 km) ab und bietet insbesondere Schutz gegen:
- kleinkalibrige Raketen
- Mörsergranaten
- Artilleriegeschosse
Der Lenkflugkörper LFK NG (ein gemeinschaftliches Vorhaben der MBDA Deutschland und Diehl BGT Defence) ist für den „Nahbereich“ (bis 10 km) ausgelegt und gewährleistet Schutz gegen:
- UAV (Drohnen)
- Großkalibrige Raketen
- Flugzeuge/Hubschrauber
Für SysFla entwickelt und produziert die deutsche Industrie zukunftsweisende Hochtechnologie in den wehrtechnisch relevanten Schlüsselbereichen Aufklärungssensorik, Wirkmittel und komplexe Führungssysteme.
* Basiskonfiguration SysFla:
FlaK
Die Flugabwehrkanone basiert auf dem in Einführung befindlichen Kanonensystem NBS C-RAM der Rheinmetall Defence und wirkt auf kurze Reichweite (bis ca. 3 km).
LFK NG
Der zukünftige Flugkörper LFK NG, ein Gemeinschaftsvorhaben der MBDA Deutschland und DBD, ist - neben der Kanone – der zweite Effektor des Systems SysFla. Er ist zur Bekämpfung des Bedrohungsspektrums im Nahbereich vorgesehen und wirkt bis zu einer Reichweite von 10 km und einer Höhe von 5 km.
LFK NG Werfer
Der LFK NG Werfer ist konzipiert für den hochmobilen Einsatz mit schneller Verlegefähigkeit und Einsatzbereitschaft. Mit dem LFK NG Werfer kann in kürzester Zeit 360 Grad-Objektschutz hergestellt werden.
Sensoreinheit NBS
Die Sensoreinheiten können Bedrohungen auch bei kürzester Vorwarnzeit entdecken und verfolgen. Mittels der Sensordaten können Standorte von Angreifern bestimmt werden, um Feldlagerbesatzungen gezielt zu warnen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das System ist rund um die Uhr einsatzbereit.
360° Infrarot-Aufklärungs- und Tracksensor FIRST
FIRST gewährleistet in Verbindung mit einem IR-Verifikator eine automatische und schnelle 3D-Erfassung und Verfolgung von Luftzielen. Er ist netzwerk- und verbundfähig. Ein einfacher Transport ist durch seine leichte und kompakte Bauweise möglich.
Gefechtsstand SysFla AOV
Der Gefechtsstand basiert auf dem des NBS C-RAM und ist erweitert für den Einsatz des LFK NG und der Anbindung des IR Sensors FIRST. Der Gefechtsstand ermöglicht eine vollautomatische Bedrohungsanalyse der Gesamsystemluftlage zum Einsatz des passenden Wirkmittels. Eine Erweiterung für weitere Sensoren und eine Anbindung an einen taktischen Datenlink ist möglich.
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